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Wirtschaftslexikon
über 20.000 Fachbegriffe - aktualisierte Ausgabe 2015
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Bank für Internationalen Zahlungsausgleich

Abk.: BIZ; eine im Jahre 1930 von den Zentralbanken Belgiens, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans und der Schweiz sowie Vertretern einer amerikanischen Bankengruppe gegründete internationale Bank mit Sitz in Basel. Die japanische Notenbank schied 1951 aus dem Mitgliederkreis der BIZ aus. Die von ihr gezeichneten Aktien wurden von den anderen Gründerbanken übernommen. Auch die von der amerikanischen Bankengruppe übernommene Tranche wurde später größtenteils wieder nach Europa verkauft. Inzwischen sind fast alle europäischen Zentralbanken (Ausnahmen: Albanien, DDR, UdSSR) am Aktienkapital der BIZ beteiligt. Sie besitzen rd. 75% aller ausgegebenen Aktien (nur Namensaktien) und sind allein stimmberechtigt. Die BIZ hat die Aufgabe, die Zusammenarbeit der Zentralbanken und den internationalen Zahlungsausgleich zu fördern, neue Möglichkeiten für internationale Finanzgeschäfte zu schaffen und als Treuhänder oder Agent bei den ihr aufgrund von Verträgen mit den beteiligten Parteien übertragenen internationalen Zahlungsgeschäften zu wirken. Abk.: BIZ. Bank for International Settlements (BIS), Banque de Reglements Internationaux (BRI). 1930 in Basel als Kooperationsinstitution der Zentralbanken gegründet. Bis heute als Bank der Zentralbanken (Bank of Central Banks) bez. Ihre Aufgaben haben sich erheblich gewandelt, doch nimmt sie nach wie vor ihre traditionelle Rolle bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik wahr. Sie ist an den Arbeiten des Interimsausschusses des Gouverneursrates des IWF für das internationale Währungssystem beteiligt, nimmt an den Sitzungen der Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der Länder der Zehnergruppe teil, erfasst statistisch die Finanzierung der aussenwirtschaftlichen Überschüsse und Defizite dieser Länder und informiert entspr. Sie organisiert die regelmässigen Baseler Sitzungen der Notenbankgouverneure der Zehnergruppe und periodisch stattfindende Zusammenkünfte von Zentralbankexperten. Sie stellt das Sekretariat für verschiedene einschlägige Ausschüsse und Expertengruppen. Ihr Ständiger Aus-schuss für Euromarktangelegenheiten beobachtet fortlaufend das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten und erörtert Fragen im Zusammenhang mit der internationalen Schuldenkrise und der Rolle der internationalen Banken. Ihr Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ist intensiv auf dem Gebiet der Förderung der Zusammenarbeit im Bereich der internationalen Bankenaufsicht tätig (Basel I, Basel II). Ihre Expertengruppe für Zahlungsverkehrssysteme bildet ein Forum, auf dem Vertreter der Zentralbanken der Zehnergruppe regelmässig zusammentreffen, um u. a. Informationen über Entwicklungen bei den Zahlungsmitteln und -Systemen in ihren Ländern auszutauschen. Ihr Ausschuss für EDV-Fachleute befasst sich vorrangig mit Sicherheitsfragen und Problemen der Strung elektronischer Zahlungssysteme, ihre Expertengruppe für Fragen monetärer und ökonomischer Datenbanken insb. mit der BIZ-Datenbank und ihren Dienstleistungen für die Zentralbanken der Länder der Zehnergruppe. Der Ausschuss der Präsidenten der Zentralbanken und Mitgliedstaaten der EU sowie der Verwaltungsrat des EF halten ihre Sitzungen sowie die von deren Unterausschüssen und Expertengruppen bei der BIZ ab. Die BIZ ist als Agent und Treuhänder im Zusammenhang mit internationalen Zahlungsfunktionen tätig. Neben ihren normalen Bankgeschäften ist sie oft an internationalen Überbrückungskrediten beteiligt. Sie veröffentlicht u.a. regelmässige detaillierte Statistiken über das internationale Bankgeschäft und die internationalen Finanzmärkte. In der Bilanz der BIZ finden sich als Eigenmittel die Positionen Eingezahltes Kapital, Reserven (Gesetzlicher Reservefonds, Allgemeiner Reservefonds, Besonderer Dividenden-Reservefonds und Freier Reservefonds). Die BIZ ist zu 85% im Besitz von 30 Zentralbanken; der Rest ihres in Goldfranken ausgedrückten Aktienkapitals liegt bei bestimmten Privatinstituten. Stimmberechtigt sind Zentralbanken. Als Fremdmittel weist sie vor allem Einlagen von Zentralbanken (Goldeinlagen und Währungseinlagen) aus. Organe sind Generalversammlung und Verwaltungsrat. Der die Geschäftsführungsfunktion ausübende Verwaltungsrat umfasst neben den Zentralbankpräsidenten der Gründungs- und weiterer wichtiger Länder Vertreter des Finanzdienstleistungswesens, der Industrie und des Handels. An der Spitze der Bank steht der Präsident; ein Generaldirektor ist für die Durchführung der von dem Verwaltungsrat beschlossenen Geschäfte verantwortlich. Die BIZ gliedert sich organisatorisch in Bank-, Währungs- und Wirtschaftsabteilung sowie das Generalsekretariat. Die BIZ ist Treuhänder für internationale Staatsanleihen. Sie ist als Pfandhalter mit dem Halten und der Anlage von Sicherheiten zu Gunsten der Inhaber bestimmter Fremdwährungsanleihen betraut, die Länder im Rahmen von Umschuldungsvereinbarungen begeben haben.



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