Delinquenzprophylaxe
In der Wirtschaftssoziologie:
durch sozialwissenschaftliche Erkenntnisse begründete Massnahmen und Strategien der Vorbeugung und Verhütung von Delinquenz a) auf der mikrosoziologischen Ebene unmittelbarer Interaktionen zwischen Eltern und ihren Kindern, in informellen Altersgruppen von Jugendlichen sowie in Kontakten zwischen Vertretern von Kontrollinstanzen und \'auffällig\' gewordenen Kindern bzw. Jugendlichen; b) auf der organisationssoziologischen Ebene der Instanzen sozialer Kontrolle: Probleme der Reorganisation, der Zielformulierung und Ausstattung sowie Ausbildung ihres Personals; und c) auf der makrosoziologischen Ebene der Planung, der Politik und der Gesetzgebung: insbesondere Sozialpolitik, Kriminalpolitik, Jugend- und Familienpolitik, Arbeitsmarktund Wirtschaftspolitik, Städteplanung und Wohnungsbaupolitik, Schul- und Bildungspolitik. Unter soziologischer Perspektive hat Delinquenzprophylaxe im Sinne eines Ausgleichs materieller Benachteiligungen und des Abbaus anderer delinquenzverursachender Lebensbedingungen vor Entstehung sozialer Auffälligkeit (primäre Prophylaxe) Vorrang vor Massnahmen der Verbesserung von Verwaltung und Betreuung gefährdeter oder bereits auffällig gewordener Personen mit dem Ziel, weitere Auffälligkeiten zu verhindern (sekundäre und tertiäre Prophylaxe).
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