Genealogie
In der Wirtschaftssoziologie:
zentraler Methodenbegriff M. Foucaults, mit dem die Diskontinuität historischer Denksysteme und Diskursformationen erfasst werden soll. Anstelle von Ursprüngen, feststehenden Wesenheiten, expliziter Intentionalität und metaphysischen Finalitäten sucht die genealogische Methode nach sog. Kräfteverhältnissen, die sich in historischen Ereignissen auswirken. Für den Genealogen bewegt weder ein Indivi-dualnoch ein Kollektivsubjekt die Geschichte. Die Genealogie ersetzt die strukturalisti-sche Prämisse zeitlos-invarianter, geschlossener Regelzusammenhänge durch die Annahme eines veränderlichen und offenen \'Spiels\' vielfältiger und kontingenter Ereignisse. Die radikale Dezentrierung einheitlicher Strukturen zu einem offenen Spiel in sich heterogener und diskontinuierlicher Beziehungen gilt gemeinhin als Kennzeichen des Post- oder Neostrukturalismus.
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