Produktionsweise, koloniale
In der Wirtschaftssoziologie:
in Absetzung von Kennzeichnungen kolonialer Ökonomien als feudal, kapitalistisch oder als Koexistenz feudaler und kapitalistischer Produktionsweisen geprägter Begriff (H. Ala-vi), der die Einordnung der kolonialen Ökonomie in die der imperialistischen Zentren und damit ihre strukturelle Unab-geschlossenheit akzentuiert. Im Unterschied zur feudalen Produktionsweise, koloniale ist die k. Produktionsweise, koloniale durch die Existenz eines bürgerlichen Staates, bürgerlichen Eigentums am Boden und durch eine verallgemeinerte Warenproduktion für die Zentren gekennzeichnet. Die k. Produktionsweise, koloniale ist intern zerrissen, die Vermittlung zwischen den Sektoren (z.B. Landwirtschaft/ Industrie) erfolgt über die Zentren, die sich einen grossen Teil des Surplus aneignen und den Akkumulationsprozess beherrschen. Die grosse Menge landwirtschaftlicher Kleinproduzenten reproduziert zugleich ein grosses Reservoir billiger Arbeitskräfte.
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